Kompakt Allgemeinmedizin
DEGIM 2018
Foto Prof. Thomas Frese
Foto: Prof. Thomas Frese © Maike Gloeckner
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Edito­rial: Dele­ga­tion ärzt­li­cher Aufgaben

Liebe Kolle­ginnen und Kollegen!

Der Letzte macht das Licht aus.“ Das mag man sich denken, wenn man sich die haus­ärzt­liche Versor­gung in manchen länd­li­chen Berei­chen ansieht. Wenn man dann noch über die aktu­ellen Vakanzen hinaus auf die Demo­gra­phie der tätigen Kollegen blickt, wird es keines­falls besser. Nicht nur weil sich daraus ein zum Teil erschre­ckender Ersatz­be­darf für die nächsten Jahre ableiten lässt, sondern auch, weil die älteren Kollegen häufig und verdien­ter­maßen keine über­durch­schnitt­lich großen Praxen mehr führen.

Auch die Politik scheint den länd­li­chen Raum weit­ge­hend abge­schrieben zu haben, wird doch ein Rück­gang und Rückbau von Infra­struktur seit langer Zeit geduldet oder sogar betrieben. Entwick­lungs­kon­zepte für den länd­li­chen Raum scheinen nicht vorhanden zu sein. Die Urba­ni­sie­rung wird – trotz dortigem Mangel an bezahl­barem Wohn­raum und Plätzen zur Kinder­be­treuung – dogma­tisch verfolgt. Die ange­führten Mecha­nismen greifen sich gegen­seitig verstär­kend die haus­ärzt­liche Versor­gung an. Was also tun, wenn die haus­ärzt­liche Arbeits­ka­pa­zität nicht zu den Erfor­der­nissen passt? Gegen ein Mehr an Studie­renden wehrt sich die Politik, auch wäre das eine Lösung, die etwa 12 Jahre benö­tigt um zu wirken. Mehr Studie­rende für eine Karriere als Haus­arzt im nicht-urbanen Raum? Gerne, es gibt von Wahl­fä­chern an den Univer­si­täten bis zu den Kompe­tenz­zen­tren viele Akti­vi­täten, die in diese rich­tige Rich­tung gehen. Aber wird sich damit eine problem­lö­sende Größen­ord­nung – etwa die Verdopp­lung der Anzahl an Absol­venten, die sich für Allge­mein­me­dizin entscheiden – errei­chen lassen, was passiert dann mit den anderen Fach­ge­bieten?

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